Gardasee – der schönste See nach dem Bodensee

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Ein Sommer am Gardasee. Egal ob vier Tage oder eine Woche – der Gardasee bietet für „alle Zeiten“ etwas besonderes. Der amerikanische Dichter Ezra Pound schrieb einmal an den irischen Schriftsteller James Joyce: „Hier fühl ich mich zuhause!“

Der Gardasee ist mit 55 Kilometern Länge der größte See in Italien. Mit dem bergreichen, nördlichen Teil liegt der See in der weinreichen Region Trentino-Südtirol (Trient), mit seinem östlichen Teil, der auch Oliven-Riviera genannt wird in Venezien (Verona) und mit dem westlichen Teil in der Lombardei (Brescia). Dieser Teil des Sees wird wegen der vielen Zitronenplantagen auch Riviera dei Limoni genannt. Der See sorgt für ausgeglichene Temperaturen und im Hochsommer macht ein angenehmer Wind die Hitze erträglich. Das mediterrane Klima entsteht durch die große Wasserfläche, welche die Wärme speichert. Der See erhält durch den Fluss Sarca, der im Norden in den See fließt und im Süden als Mincio wieder austritt, ständig frisches Wasser. Durch Schwankungen im Luftdruck kann sich der Wasserstand schnell verändern. Zu den Veränderungen trägt auch die Stromerzeugung im Oberlauf der Sarca und die landwirtschaftliche Bewässerung bei. Früher war der Gardasee nach der keltischen Gottheit Lacus Benacus benannt. Seine Weihinschrift wurde am Ufer des Sees gefunden. Der Gardasee ist durch das Schmelzen zwei große Vergletscherungen, unter anderem aus einem Seitenast des Etschgletschers, entstanden.

Das beeindruckende sind die Berge, die gerade im Nordteil den See spektakulär einrahmen. Der Monte Baldo im Osten verläuft von Verona bis nach Südtirol und  befindet sich am westlichen Ende der Venetischen Voralpen. Er ragt bis zu einer Höhe von 2218 Metern auf. Der Monte Pizzocolo ist 1581 Meter hoch und ein toller Aussichtsberg im westlichen Teil des Sees bei Toscolano-Maderno. Beide Berge habe ich in diesem Sommer nicht „bestiegen“ allerdings gibt es einen tollen Höhenweg der direkt in der Ortschaft Busatte oberhalb der Stadt Torbole am Fuß des Monte Brione, in der auch unser Zelt aufgeschlagen war, am Hafen beginnt. Der ca. 11 km lange Weg startet hinter dem Abenteuerpark Busatte und ist einfach zu begehen, also ein etwas anstrengender Spaziergang. Der Weg führt in etwa 1 1/2 Stunden nach Tempesta an die Grenze zur Provinz Verona. Die Beste Zeit ist morgens mit Start zwischen 8 und halb 9 oder natürlich noch früher. Dann liegt der Weg im Schatten und es fühlt sich noch magisch an. Gegen später kommen dann immer mehr Menschen, die den Ausblick genießen möchten und die Sonne verteilt ihre heißen Strahlen auf dem Weg.

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Ausblick auf dem Höhenweg mit Blick Richtung Limone

Zum SUPen ist es in Torbole morgens oder abends am Besten. Dann ist der See noch ruhig. Der Wind Ora kommt immer gegen 13 Uhr und hält bis ca. 16 Uhr an. Man kann die Uhr danach stellen, deshalb ist Torbole bei Windsurfen sehr beliebt. Dieses Jahr war es etwas schwer mit dem SUPen, da auch schon morgens und auch noch abends ein kräftiger Wind aufgekommen ist. Bei Wellen macht SUPen natürlich auch mega Spaß, allerdings muss man aufpassen, wenn der Wind ablandig ist. Dann wird man vom Ufer von der Strömung auf den See getragen.

Mit dem Schiff kommt man von Torbole aus günstig und schnell in die Städchen Riva und Limone. Nach Riva kommt man auch zu Fuß in ca. einer halben Stunde direkt am See entlang. Auch Limone lohnt sich. Dort ist es zwar sehr touristisch aber einfach nur wunderschön mit den kleinen engen Gassen und dem Kirchturm. Übrigens stammt der Name Limone nicht von den vielen Zitronengärten dort, sondern von der lateinischen Bezeichnung für Grenze: Limes – frühere Grenzziehung zwischen Italien und Österreich.

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die Gassen von Limone

Im Gardasee befinden sich 5 Inseln:
Isola di Garda (Westufer; San Felice del Benaco)
Isola san Biago (Westufer; Manerba)
Isola del Sogno (Ostufer; Val die Sogno/Malcesine)
Isola del Trimelone (Ostufer; Brenzone)
Isola degli Olivi (Ostufer; Malcesine)

Einen kleinen Einblick in die Geschichte des Gardasees:
Der Tourismus am Gardasee führte nach dem 2. Weltkrieg zu seinem wirtschaftlichen Aufschwung. Davor war die Bevölkerung arm und die Menschen verdienten ihr Geld mit dem Köhlern, einem Prozess bei dem aus Bäumen Holzkohle gewonnen wird.

Im Jahr 1859 kommt es an dem Südufer zur entscheidenden Schlacht für die Unabhängigkeit von Italien. Die Österreichische Armee steht den Italienern und Franzosen gegenüber. Als die über 40.000 verletzten Kämpfer jeder Nationalität von der Bevölkerung gepflegt wurden, entstand das Internationale Rote Kreuz. Zum Ende des 1. Weltkrieges musste sich Österreich komplett zurückziehen und das Gebiet ging an die Italiener über.

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Blick auf Torbole – Links sieht man den Monte Brione

Trotz der Touristenmassen hat der Gardasee seinen Charme behalten und wartet nur darauf, uns wieder zu sehen! Warst du schonmal da? Wenn du Lust hast mir davon zu erzählen schreib mir gern an bullizeit@web.de oder kontaktiere mich über das Kontaktformular.

 

 

 

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