Arbeiten auf Malta mit Erasmus+

Länder

Erasmus+ ist ein EU-Programm bei dem u.a. Auszubildende die Möglichkeit haben, internationale Berufskompetenzen zu erwerben. Ich war im November 2017 Praktikantin bei MIEMA (Malta Intelligent Energy Management Agency) auf Malta. MIEMA arbeitet im Bereich Umweltschutz und fördert Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien. Dabei arbeitet sie an verschiedenen Projekten mit Partnern aus ganz Europa zusammen.

Los ging es am 5. November 2017 von Stuttgart über München auf die 316 km² kleine Insel im Mittelmeer. Sie ist 28 km lang und maximal 14 km breit und damit kleiner als Bremen. Vom Flugzeug aus sehen die Häuser der Insel ein bisschen aus wie gelbe Legosteine. Der Flug dauerte zwei Stunden und ich konnte es schon beim Start kaum erwarten auf der Insel zu landen.

Ich wurde von meinem Ansprechpartner vor Ort vom Flughafen abgeholt und in das Apartment nach Rabat gefahren – Linksverkehr und enge Straßen. Wie gut dass ich nicht selber Fahren musste! Das Apartment teilte ich mit zwei anderen Erasmus+ Teilnehmern aus Deutschland. Ich hab mich im Apartment und in Rabat gleich wohlgefühlt. Rabat liegt im Westen von Malta und hat ca. 11.000 Einwohner.

Der Ort liegt nahe der „stillen Stadt“ Mdina (Silent City) und ist aus deren Vororten entstanden. In Rabat ist nicht sonderlich viel los, es gibt eine Kirche, einige sehr nette Restaurants und Cafés. Ein Café das ich besonders schön finde ist  das Café Chalk, dort habe ich auch meinen vorerst letzten Kaffee in Malta genossen.

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Café Chalk in Rabat

Mein Büro war in Valletta, der Hauptstadt von Malta. Sie befindet sich im Nordosten der Insel und gehört seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Stadt mit den vielen verwinkelten Gassen liegt zwischen den beiden Häfen Marsamxett und Grand Harbour und hat ca. 5.700 Einwohner. Wann immer es die Zeit zuließ bin ich zum Fort St. Elmo direkt ans Meer gegangen. Das Fort wurde im 16 Jahrhundert zum Schutz vor Angriffen errichtet. Man kann es einmal komplett ablaufen und die Aussicht aufs Meer genießen. Neben vielen Cafés und kleinen Restaurants gibt es in Valletta auch eine Menge Kirchen und historische Bauten. Die habe ich mir allerdings nicht alle näher von innen angeschaut. Besichtigt habe ich nur die St. John´s Co-Cathedral, eine Konvents Kirche der Johanniterritter. Von außen schlicht und von innen prunkvoll – aber es ist eben eine Kirche und für 10 € Eintritt vielleicht nur Wert für die, die in Kirche und Geschichte wahnsinnig interessiert sind. Nichts desto trotz ist es beeindrucken, in der großen Halle der Kirche zu stehen und dem Audio-Guide, den es in mehreren Sprachen gibt, zu folgen.

In Valletta war ich oft im Café & Restaurant The Grassy Hopper. Neben leckerem organischen Essen und Kaffee gibt es hier auch Sprüche für Herz und Seele an der Wand. Tolle Atmosphäre und nette Bedienungen – zu empfehlen!

Die Malteser sind kein pünktliches Volk und immer wieder überrascht von der deutschen Pünktlichkeit. Wenn man sich auf die Kultur und „the way of work“ einlässt, findet man schnell in die Art wie gearbeitet wird ein.  Bei einem Field Trip nach Gozo (eine Insel die zu Malta gehört, sie ist in 30 Minuten mit der Fähre zu erreichen) besuchten wir Feuchtgebiete, also Teiche und stille Gewässer. Dabei erklärte uns ein Biologe, was Gozo durch unterschiedliche Projekte schon erreicht hat und was noch weiter ausgebaut werden soll. Ich fand es sehr interessant die Insel von dieser Seite zu erleben – da kommt man an Orte, die einem als Tourist verborgen bleiben.

Eine Woche zuvor habe ich Gozo als Tourist erlebt. Ich bin mit meinen Mitbewohnern und Freunden von der Englisch Schule unterwegs gewesen. Bei Sonnenschein und netten Gesprächen besichtigten wir zuerst die Hauptstadt Viktoria und die Zitadelle. Dann ging es noch nach Dwejra. Dort stand noch bis im März 2017 das Wahrzeichen von Gozo, das Azure Window. Leider ist es jetzt Geschichte – in sich zusammengebrochen und für immer im Meer verschwunden. Ich konnte es leider nicht mehr sehen. Aber auch ohne dieses Wahrzeichen ist der Platz wunderschön und bei einem Sonnenuntergang einfach ein einmaliges Erlebnis.

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Dwejra Bay auf Gozo

Die Englischschule die ich in meiner zweiten Woche besuchte war die Easy School of Languages in Valletta. Ich belegte dort einen Business English Course. Eine Englischschule ist nicht nur ein super Ort sein Englisch aufzubessern, sondern auch Freunde zu finden. Ich war in einer Klasse mit nur drei Schülern, aber durch eine Freundin die ich dort kennenlernte, konnte ich Kontakt zu anderen Schülern knüpfen.

Am 2. Dezember war das Abenteuer Malta dann (erstmal) vorbei und ich flog zurück ins kalte Deutschland. Das war schon eine Veränderung zu durchschnittlich 20 Grad auf der Insel. Ich war schon ein bisschen traurig, als ich in den Flieger zurück nach Frankfurt stieg, aber ich hab mich gleichzeitig natürlich auch wieder auf daheim gefreut. Und als ich dann den ersten Schnee gesehen habe, war auch die Vorfreude auf den deutschen Winter da. Ich werde bestimmt mal zurück auf die Insel fliegen!

Danke, für die Möglichkeit ein Land, seine Kultur und die Arbeitswelt dort auf diese Art kennenzulernen!

Es lohnt sich auf jeden Fall 2018 nach Malta zu fliegen, denn in Valletta ist dann so einiges geboten da Sie die Kulturhauptstadt 2018 ist.

Worauf man sich einstellen muss:
– Auf Malta kommt man mit dem Bus überall hin, allerdings muss man genügend Zeit einplanen. In der Rushhour kann es schon mal vorkommen, dass man für die knapp 10 km von Rabat nach Valletta eine Stunde braucht.
– Im Winter wird es schon früh dunkel. Die Sonne geht um 17 Uhr unter. Dafür ist es morgens früh hell.
– Manche Malteser sprechen nur gebrochen Englisch, da die Sprache maltesisch ist. Aber man kann sich auf jeden Fall auf Englisch immer verständigen. Viele können auch Italienisch.
– Wenn es regnet, wird es in den Wohnungen gleich kälter und feuchter, da es keine festen Heizkörper gibt. Am besten geht man dann auch mit Gummistiefeln aus dem Haus. Da die Straßen viele Schlaglöcher haben, bildet sich hier und da ein kleiner See.

Malta Facts:
– Die Häuser sehen (fast) alle gleich aus, da Häuser durch ein Gesetzt nur mit dem gelben „Maltastein“ gebaut werden dürfen. Dieser besteht aus Globigerinenkalk (Kalkstein).
– Mittags sowie abends wird gern mal ein Cisk getrunken (Maltesisches Bier).
– Auch ein traditionelles Getränk in Malta heißt Kinnie. Eine bitter-süße Limonade – wer Lemon Bitter mag, mag denk ich auch Kinnie.

Malta im November:
– Baden geht noch, aber man muss sich einen schönen Tag raussuchen. Ich war einmal im Wasser, das noch erstaunlich warm war.
– Jacke und Lange Hosen sind angesagt. Wenn die Sonne es aber durch die Wolken schafft ist es noch sehr warm und man kann sich auch mal im Top sonnen.
– Es regnet öfter.

Maltesisch
Maltesisch (Malti) ist aus einem arabischen Dialekt entstanden. Die Sprache wurde sowohl vom italienischen als auch vom englischen beeinflusst und beinhaltet auch Anteile aus der  französischen und spanischen Sprache.

Was ich mir merken konnte:
Danke – Grazzi
Vielen Dank – Grazzi Hafna
Guten Morgen – Bonschu

Ein Geheimtipp zum Schluss: The Black Sheep drink & dine – Check it out!

2 Gedanken zu “Arbeiten auf Malta mit Erasmus+

  1. Sehr schöner Artikel über Malta! Ich hab richtig lust dazu eine Reise auf diese süße Insel zu machen! Gehen wir zusammen dieses Jahr? Jetzt träume ich den ganzen Tag vom sonnigen Malta…wie gern ich doch jetzt dort wäre! Malta 2018 ich komme! Ganz viel Liebe für dich und ich freu mich schon auf den nächsten Artikel! 😊 grüßle!!

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